Interview mit Eva
Vorne wird die 8 stehen!
Österreichs beste Triathletin Eva Dollinger (33) über ihre Profi-Ziele, die Konkurrenz, ihr Training und über die Rolle ihrer ON-Laufschuhe auf dem Weg in die Weltelite.
Mit einem gequälten Lächeln im Gesicht aber glücklich, mit einer unendlichen inneren Befriedigung, überquerte Eva Dollinger beim Ironman Austria 2011 in Klagenfurt die Ziellinie. Als erste und damit beste Österreicherin. Nach 1,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem 42,195 km Lauf-Marathon zeigte die Uhr für die 33-jährige Tirolerin 9 Stunden, 5 Minuten und 13 Sekunden – eine fantastische persönliche Bestzeit. Um 13 Minuten besser als im Vorjahr, als die Athletin des Team „Erdinger Alkoholfrei“ noch den Titel in Klagenfurt geholt hatte. Wir haben Österreichs beste Triathletin zu einem sehr interessanten Frage- Antwort-Spiel gebeten …
Was bedeutet dir mehr: die super Leistung mit 9:05:13 Stunden beim Ironman Austria 2011 in Klagenfurt, Rang 5 in einem Weltklasse-Feld oder der inoffizielle Titel „beste Triathletin Österreichs“?
Eva Dollinger: „Die Zeit 9:05:13 Stunden ist persönlicher Rekord – mit dieser Leistung habe ich meine bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr um 13 Minuten pulverisiert. Ein traumhaftes Gefühl! Diese Zeit und die damit verbundene Steigerung gegenüber dem letzten Jahr bedeuten mir enorm viel und damit mehr als die Platzierung in Klagenfurt bzw. der inoffizielle Titel ,beste Triathletin Österreichs‘.“
Die Freude über deine persönliche Bestzeit oder die Enttäuschung, in Klagenfurt den Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigt zu haben – was beschäftigt mehr?
Dollinger: „Natürlich überwiegt die Freude! Die ganze harte Trainingsarbeit der letzten Monate hat sich wirklich bezahlt gemacht. Das macht mich überglücklich und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Allerdings denkt man auch darüber nach, dass ich trotz meiner Top-Leistung nur Fünfte wurde … Diese Leistungsdichte beweist, wie sehr sich die Damen auf der Langdistanz im Moment entwickeln. Das ist enorm, erschreckt mich vielleicht ein bisserl – aber es motiviert mich, noch mehr zu geben. Ich fühle, dass noch viel in mir steckt.“
Wenn du deine 9 Stunden sezierst, worauf bist du besonders stolz und wo liegt dein Verbesserungspotenzial?
Dollinger: „Beim Schwimmen bin ich sicherlich am meisten ausgereizt, auch wenn es heuer gar nicht so optimal gelaufen ist. Hier sind vielleicht noch zwei Minuten drinnen. Beim Radfahren habe ich mich enorm verbessert, denke aber, dass ich in dieser Disziplin noch das größte Entwicklungspotenzial habe. Eine Zeit von 4:50 Stunden halte ich für mich realistisch. Auf das Laufen bin ich ganz besonders stolz. Trotz meiner Verletzung im Frühjahr, bei der ich sechs Wochen die Laufschuhe nur anstarren durfte, habe ich meine Zeit um 12 Minuten verbessern können. Damit habe ich mein diesjähriges Ziel, die Radleistung besser zu verkraften, um beim Laufen noch Reserven mobilisieren zu können, eindeutig erreicht. Tendenziell glaube ich, dass ich aus meinem Körper eine Zeit von unter 9 Stunden herausquetschen kann.“
Man sagt, bei der Laufdisziplin kannst du einen Triathlon gewinnen oder verlieren. Wie war’s bei dir?
Dollinger: „Den Triathlon gewinnt oder verliert man nicht in einer Disziplin. Man muss in allen drei Bewerben sehr fit und konstant sein. Wer beim Schwimmen heutzutage 10 Minuten verliert, hat nicht mehr wirklich Chancen auf eine Spitzenzeit oder gar auf den Sieg. Und nur, wer das Radfahren gut verkraftet, hat noch die Kraft für einen schnellen Marathon. Wer seine Kräfte am besten einteilt und im Kopf mentale Stärke demonstriert, hat das Zeug zum Gewinner.“
Schnell einige Gedanken zum Material …
Dollinger: „… ein immens wichtiger Mosaik-Stein zum Erfolg. Nicht nur auf dem Fahrrad-Sektor wird getüftelt und probiert. Auch auf dem Laufschuh-Sektor sind die Entwicklungen revolutionär. Seit ich den ON-Laufschuh laufe, habe ich während des Marathons keine Muskelprobleme mehr. Früher konnte ich ab Kilometer 25 bzw. 30 nicht mehr richtig laufen, der Schritt wurde kürzer und kürzer. In den ONs kann ich sogar auf den letzten 10 bzw. 15 Kilometern noch einmal richtig Druck machen und Gas geben. Generell ist das Laufen mit den ONs dynamischer und luftiger. Ich liebe das Gefühl, wie auf Wolken zu laufen. Ein Feeling, das sich umso intensiver bemerkbar macht, je schneller man unterwegs ist. Und mit ON-Laufschuhen ist man sehr schnell unterwegs.“
Wie bist du überhaupt auf die revolutionären Laufschuhe mit der prämierten 3D-Dämpfung gekommen?
Dollinger: „Oliver Bernhard, der frühere Weltklasse-Triathlet und Top-Läufer aus der Schweiz, hat meinem Mann von seiner Entwicklung erzählt. Natürlich wurde ich neugierig und wollte den ON ausprobieren. Ich war sofort von dem ON-Laufgefühl begeistert. Endgültig überzeugt hat mich ein beinhartes Bahntraining, bei dem ich mit dem ON-Laufschuh nicht nur bessere Zeiten, sondern auch bessere Laktatwerte hatte als mit meinem alten Wettkampfschuh.“
Was kannst du dir vom Titel „beste Triathletin Österreichs“ kaufen? Welchen Stellenwert genießt du damit in Österreich bzw. international?
Dollinger: „Ich bin stolz auf diese Auszeichnung, wenngleich dieser Titel für mich als ernsthafte Leistungssportlerin nicht mehr als ein kleines Zwischenziel in meiner Karriere sein kann. Man kann sich damit schmücken und sich auch ein bisserl besser verkaufen. Ich will aber in der Weltspitze mitmischen – und mich dort oben, wo die Luft schon sehr dünn ist, durchsetzen. Ich orientiere mich an den Besten. Das war auf der Kurzdistanz so und so ist es immer noch.“
Und international …?
Dollinger: „International hat dieser Titel keinen Wert. Für mich zählt nur, was du im direkten Vergleich mit den besten der Welt zustande bringst. Klagenfurt ist Geschichte, es zählt nur der nächste Wettkampf. Also, ausrasten auf heimischem Lorbeer ist strengstens verboten!“
Ein Blick in dein Trainings-Tagebuch. Wie viele Einheiten – aufgesplittet in Schwimmen, Radfahren und Laufen – hast du heuer bis Klagenfurt deinem Körper zugemutet?
Dollinger: „Am 1. November des Vorjahres habe ich begonnen und mache seither drei Trainingseinheiten am Tag. Ein bis zweimal in der Woche gibt es einen reduzierten Tag bzw. einen Ruhetag. Nach drei Belastungswochen folgt eine Ruhewoche. Laut meinen Aufzeichnungen im web4trainer.com-Tagebuch waren es: 376 km Schwimmen, 7370 km Radfahren und 1103 km Laufen.“
Deine Tipps als erfahrene Triathletin können in der Hobby-Szene bestimmt Wunder wirken. Nehmen wir 5 Faustregeln – was kannst du HobbytriathletInnen raten?
- 1. In der Ruhe liegt die Kraft! Plane Ruhetage und Regenerations- bzw. Entlastungswochen ein.
- 2. Ein Trainer ist sein Geld wert und holt das Beste aus dir heraus.
- 3. Grundlagen-Training im untersten Bereich schafft die Basis und ist das wichtigste Training überhaupt! Du brauchst Mut zur Langsamkeit!
- 4. Dein Körper ist wertvoll – also behandle ihn auch so. Das betrifft die Ernährung genauso wie eine passende und gute Ausrüstung und natürlich die Trainingsintensität.
- 5. Im Wettkampf nichts ausprobieren, was du nicht schon zufriedenstellend im Training getestet hast.
Grundsätzlich gilt: Habe Spaß an dem, was du tust und genieße es!
Was sind deine nächsten Ziele? Startest du heuer noch bei einem besonderen Highlight?
Dollinger: „Ich starte bei der Challenge am Walchsee, der Challenge Barcelona und beim Ironman in Cozumel. Es wäre toll, wenn mir endlich ein Challenge-Sieg gelänge und in Cozumel will ich möglichst viele Punkte für die Ironman-Hawaii-Qualifikation für 2012 sammeln.“



